Sabine Chojnacki, Helga Teichert und Lyudmila Erfurt (v.l.n.r) sind Servicemitarbeiterinnen im Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) auf der Station für Rückenmarkverletzte. Sie sind bei der UKB Service GmbH angestellt. Dies ist ein gemeinsames Unternehmen vom ukb und ahr, das die Patientenservices verantwortet.
Beschreiben Sie doch mal typische Aufgaben aus Ihrem Tätigkeitgebiet.
Sabine Chojnacki: Es sind schon sehr verschiedene Dinge, die bei uns auf der Station anfallen. Da ist zum Beispiel die Bereitstellung und die Darreichung von Essen. Im Grunde kümmern wir uns allgemein um das Wohl der Patienten. Dazu zählt auch, kleine Einkäufe zu erledigen oder Getränke bereitzustellen. Wir helfen auch, wenn ein Patient von einem Zimmer ins andere verlegt wird und räumen die Sachen mit rüber.
Helga Teichert: Wir machen natürlich auch Botengänge. Wenn ein Patient zum Beispiel eine Morgenzeitung möchte, organisieren wir das. Oder eben mal einen Kaffee hier vom Kaffeeautomaten. Dann gilt es eben auch mal eine Apfelsine aufzuschälen oder den Patienten bei der Nahrungsaufnahme zu unterstützen.
Beim Essen zu helfen, das muss doch gelernt sein. Haben Sie da eine Vorbildung?
Sabine Chojnacki: Nein, da haben uns die Schwestern angelernt. Dies erfolgt natürlich nur in Absprache mit den Pflegekräften. Wenn Patienten zum Beispiel Schluckbeschwerden haben, dann machen dies nur ausgebildete Pflegekräfte.
Wie gefällt Ihnen die Zusammenarbeit mit den Schwestern und den Pflegern?
Lyudmila Erfurt: Ja, die ist wirklich gut. Wir ergänzen uns in vielen Dingen. Wenn die Schwestern sehr beschäftigt sind, dann rufen sie einfach mal an: kannst du bitte mal schnell dies oder jenes bringen? Für uns ist das kein Problem, dafür sind wir da. Das Hand-in-Hand-Arbeiten macht einen großen Teil unseres Tages aus.
Der Stationsservice im UKB wurde ja erst Anfang dieses Jahres eingeführt. Sind sie denn schon lange im Unternehmen ahr?
Helga Teichert: Ich bin wegen dieses Auftrages zu ahr gekommen. Vorher habe ich hier in Berlin in einem Kinocenter gearbeitet, am Servicestand. Als das Kino schließen musste, musste ich mich neu orientieren. Wie bei allen, die nicht mehr so jung sind, war es schwierig, eine neue Stelle zu finden. Dann habe ich gehört, dass für das ukb Leute gesucht werden und bin zu einer Informationsveranstaltung gegangen. Danach habe ich mir gesagt: Warum nicht? Es ist ja eine Chance, und ich gehe gerne mit Leuten um, schon immer, sonst wäre ich nicht hier.
Und wie sind Sie zu ahr gekommen und Servicemitarbeiterin auf der Station geworden?
Sabine Chojnacki: Ich habe mal in der Charité gelernt und zwölf Jahre gearbeitet. Dann habe ich eine Ausbildung zur Wirtschaftspflegerin gemacht und war fünf Jahre in der Hauskrankenpflege tätig. Die Arbeitsweise hat mir aber nicht mehr gefallen. Wenn ich da wirklich 16 Patienten am Tag versorgen soll, ist das für mich nur noch ein Abfertigen. Aus dem Grunde bin ich damals gegangen und war dann auch leider zwischendurch arbeitslos.
Wie sind Sie auf Ihre Aufgaben vorbereitet worden und wie verlief der Start?
Sabine Chojnacki: Wir hatten eine Schulung über zwei Tage. Da wurde uns am ersten Tag das Krankenhaus allgemein vorgestellt, dann lernten wir die ahr-Philosophie und wurden natürlich in die ganzen Tätigkeiten im Einzelnen eingeführt.
Lyudmila Erfurt: Die Schwestern und Pfleger waren ja auf uns vorbereitet. Das hat man deutlich gemerkt. Die haben uns wirklich sehr herzlich aufgenommen und haben uns dann auch gleich gesagt, welche Dinge jetzt ganz wichtig wären, wo wir drauf achten müssten. Wir wurden die ersten Tage sehr gut unterstützt. So konnten wir erstmal ein bisschen sehen, wie die Patienten drauf sind, wie reagieren sie auf uns. Das fand ich sehr schön.
Was ist denn jetzt das Schönste an dem neuem Beruf?
Helga Teichert: Ich denke, dass die Patienten mit uns zufrieden sind, also - die freuen sich immer.
Woraus schließen Sie das?
Lyudmila Erfurt: Wenn sie uns sehen, sagen sie häufig: Oh, die Sonne kommt. Das ist doch schön, oder nicht? Und man kennt ja seine Patienten. Bei uns liegen sie etwas länger, dass man eben schon weiß, was sie für Besonderheiten haben, was sie mögen, was sie nicht mögen, wo man dann auch mal Trost zusprechen muss oder mal eben sagen: Ach, es geht wieder. Oder: Wir machen das jetzt zusammen. Man merkt schon, dass man anerkannt ist.



