Prof. Dr. Axel Ekkernkamp
Die Stimmung ist gut. Besonders unter dem Pflegepersonal.
Herr Professor Ekkernkamp, das UKB feiert in Kürze sein zehnjähriges Jubiläum. Wie erwirbt man als junge Klinik am harten Berliner Markt so schnell so gute Reputation?
Wir mussten von Anfang an offensive Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Als 68. Berliner Krankenhaus waren wir nicht immer gut gelitten. Ganz anders als z. B. die Charité konnten wir unser Image nicht auf Tradition stützen. Wir haben auf Modernität gesetzt: weltweit die erste digitale Radiologie, eine technische Ausstattung stets auf dem neusten Stand. Die Positionierung als hochmoderne und leistungsfähige Klinik treibt uns nun kontinuierlich weiter. Wir sind zu wirtschaftlichen Erfolgen gezwungen, die stets die modernsten Lösungen ermöglichen. Das erwarten unsere Patienten von uns.
State of the Art - bezieht sich das nur auf Ihre Kernkompetenz Medizin und Pflege?
Modernes, ansprechendes Ambiente kann leistungsfähige Medizin zwar niemals ersetzen, sie aber immer gut begleiten. Als wir vor zwei Jahren erstmals von Patientenhotels hörten, haben wir das als neue Idee aufgenommen und uns angeschaut, wie diese Modelle im Ausland erfolgreich laufen. Aus einem denkmalgeschütztes Gebäude auf unserem Gelände wurde dann ein Gästehaus. Inzwischen ist es schwer, hier überhaupt noch freie Betten zu bekommen - dem Schritt, ein richtiges Patientenhotel zu errichten, sind wir damit näher gekommen.
Seit einigen Monaten arbeiten Servicekräfte auf Ihren Stationen …
Die neue Aufgabenverteilung zwischen den Gesundheitsberufen ist ein wichtiges Thema. Das Angebot "Patientenservice" klang da bestechend. Auch als Option, qualifizierte Kräfte effektiver einsetzen zu können.
Gab es Widerstände gegen die Integration des Stationsservices?
Diese Idee hätten wir nicht gegen den Widerstand der Gewerkschaften und schon gar unseres Betriebsrates durchgesetzt. Niemand sollte seinen Arbeitsplatz verlieren. Das Modell wurde mit dem Betriebsrat abgestimmt und wird heute von Betriebsrat und Pflegedirektion begleitet.
Welches Resümee lässt sich nach der Startphase ziehen?
Erstens: Es läuft gut. Die hinzugekommen Personen arbeiten prima und die Patienten nehmen es sehr positiv auf, dass jemand auch mal ein bisschen mehr Zeit für sie hat.
Zweitens: Die Stimmung ist gut. Und sie ist besonders gut unter dem Pflegepersonal. Die einhellige Aussage ist, dass der neue Service spürbare Unterstützung auch für die Pflegekräfte darstellt und die Arbeitsabläufe verbessert wurden.
Ich sehe das bislang uneingeschränkt positiv und bin sehr zufrieden mit diesen Neuerungen.



